Warum Sie bei Hämorrhoiden Sport treiben sollten und welcher Sport hilft

Wenn es am After brennt, juckt und manchmal sogar blutet, leiden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an Hämorrhoiden. Ein Leiden, über das man in unserer Gesellschaft nicht gerne spricht - was man jedoch auch nicht aussitzen sollte. Im Gegenteil!
 
Wenn es am After brennt, juckt und schmerzt, quälen Sie vermutlich Hämorrhoiden. Kein Leiden, über das man gerne spricht – das Sie aber auch nicht aussitzen sollten. Im Gegenteil: Vom Arzt untersuchen lassen, Ernährung verbessern und Sport treiben.

Wie Hämorrhoiden entstehen

Ein Darmgeflecht auf Höhe des Schließ­muskels sorgt dafür, dass wir den Abgang von Stuhl kontrollieren können. Staut sich in den Venen dieses Geflechts Blut – etwa durch Pressen beim Stuhlgang, häufiges Sitzen oder Übergewicht –, überdehnen sich die Gefäße und bilden Aussackungen. Diese ragen schließlich durch die Darmschleimhaut ins Innere des Enddarms und verursachen Beschwerden.

Sport nimmt den Druck

Das Beste, was Sie dagegen tun können, ist Sport treiben. „Prinzipiell kann man mit einer beginnenden Hämorrhoidenerkrankung sehr gut schwimmen oder wandern“, empfiehlt Sportarzt Alexander Rothhaar. Das bringt den Kreislauf in Schwung und fördert die Durchblutung. Dadurch verringert sich zunehmend der Druck in den Hämorrhoiden – sie schwellen ab, die Schmerzen lassen nach. Von Krafttraining oder Be­lastungen der Wirbelsäule durch Hüpfen, bei denen ein starker Druck auf das kleine Becken ausgeübt wird, rät Rothhaar allerdings ab.

Auch Joggen und Fahrradfahren eignen sich – allerdings sollten Sie Laufschuhe mit einer guten Dämpfung tragen und einen Sattel nutzen, der Ihr Becken entlastet. Erkundigen Sie sich dazu am besten im Fachgeschäft.

Im fortgeschrittenen Stadium bringt Sport allein nichts. „Hier müssen wir zunächst die Erkrankung durch eine geeignete Behandlung in den Griff bekommen“, erklärt Rothhaar. „Danach können die Patienten, nach Rück­sprache mit ihrem behandelnden Arzt, auch den Sport wieder genießen.“

Tipps zur Selbsthilfe neben Sport

  • Tragen Sie Unterwäsche aus reiner Baumwolle und möglichst keine engen Hosen.
  • Achten Sie auf eine gründliche Analhygiene. Reinigen Sie nach dem Stuhlgang den After mit weichem Papier oder mit einem Einmalwaschlappen und lauwarmem Wasser. Tupfen Sie ihn vorsichtig trocken.
  • Gönnen Sie sich 38-Grad-warme Sitzbäder mit Kamillen- und Eichenrinde-Zusatz. Diese stillen den Juckreiz und fördern die Heilung. Auch Salben und Zäpfchen aus Hamamelis eignen sich, um Hämorrhoiden sanft zu behandeln.
  • Trainieren Sie Ihre 23h23|Beckenbodenmuskulatur. Hier eine Beispiel-Übung: Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie die Füße bei leicht gebeugten Knien auf. Atmen Sie ein, spannen Sie Ihre Bauch- und Gesäßmuskeln an und heben Sie ganz langsam den Po, bis Oberschenkel und Bauch eine Linie bilden. Die Schultern und der Kopf bleiben dabei locker am Boden liegen. Halten Sie die Spannung zehn Sekunden lang, atmen Sie aus und senken Sie dabei den Po wieder ganz langsam. Wiederholen Sie die Übung fünfmal.


Bei starken Schmerzen zum Arzt

Treten die Knoten trotz allem immer wieder beim Pressen aus und verursachen starke Schmerzen, empfiehlt es sich den Arzt aufzusuchen. Auch, wenn Sie Blutspuren am Toilettenpapier bemerken oder die Analregion juckt, sollten Sie nicht lange zögern.

 Made in Germany